Heldenmut

Mort kniff seine Augen zusammen und späte in die sanften Wellen in der dunklen Brühe. Dort war sie wieder, er hatte sich nicht getäuscht. Der Körper einer Dame tauchte in den Wellen hinter dem Brückenpfeiler auf, um sogleich wieder mit grausamer Anmut zu versinken.

War sie tot?
Mort konnte es unmöglich sagen, doch er musste nicht lang überlegen.
Dies war ein Wink des Schicksals; seine Chance, seine abscheulichen Untaten auch nur ansatzweise wieder gutzumachen, um sich selbst zu erlauben, die Sache hinter sich zu lassen (um alle anderen involvierten Personen wollte er sich später sorgen). Und wenn der Fluss seine Gedanken nicht wollte, so dachte Mort (nicht erst jetzt), so mochte er ebenso gut Mort selbst in seinen schwarzen Tiefen versinken lassen. Er hatte also nichts zu verlieren.
In diesem fatalen Irrglauben stieß er sich von der Statue ab und rauschte zwanzig Meter Richtung Fluss.

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