Lebenszeichen

Nach 20 Stunden sitzen wir im Flugzeug von Vancouver nach Victoria, die letzten 20 Minuten der Reise. Man freut sich auf Tim Hortons und ein richtiges Bett, doch dann plötzlich das. Mein Sitzplatz direkt neben dem Flügel, sodass ich schönen Ausblick auf den Propeller habe. Schockschwerenot. Der wird immer langsamer!

Die Blätter drehen sich immer langsamer, der Flieger wird instabil. Es schlingert, dreht sich auf meine Seite, und ein Achterbahngefühl im Magen verrät, dass es abwärts geht. Schnell! Keine Zeit, um den Knopf für die Stewardess zu drücken. Ich öffne das Fenster* und springe hinaus auf die Tragfläche! Schwerelosigkeit im freien Fall zwingt mich, mich mit den Händen weiter entlang des Flügels zu hangeln, bis ich neben dem Propeller falle. Halte mich daran fest, schlechte Idee. Während ich mich im Kreis drehe, fällt mir ein, dass ich meinen Schraubenzieher vergessen habe. Trete also einfach gegen das Gehäuse, bis lautes Geräusch ertönt, und der Propeller sich wieder schneller dreht. Halte mich noch ein paar Runden fest, dann lasse ich mich von der Fliehkraft** tangential zurück durch das Fenster auf meinen Sitzplatz schleudern. Der Pilot bringt das Flugzeug unter Kontrolle, und zum Dank bekomme ich zehn Flugmeilen für Miles&More.

*Das erfordert einen Trick.
** eigentlich eine Scheinkraft!!

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