Traum meiner Kindheit

Jeder hat es schon einmal ausprobiert: man legt über Nacht einen Gummibären in ein Glas Wasser, und am nächsten Morgen ist er drei mal so groß. Ein Wunder, ein erfüllter Traum, eine Goldgrube, eine Marktlücke!

Doch wie der kleine Martin herausfinden muss, platzt der Traum kurz darauf. Der Bär schmeckt wie säuerliches Wasser und hat auch noch die Konsistenz von Jelly-O.

Heute, etwa zehn Jahre später, ist der kleine Martin wieder aufgeregt wie damals.
Denn die Lösung des Problems lag auf der Hand: Wir nehmen statt Wasser Fruchtsaft einer beliebigen Sorte!

Natürlich ergeben sich daraus, wie beim abgeschlagenen Kopf einer Hydra, nur neue Probleme.

Die Gummibären verlieren wieder den Geschmack, geben ihn jedoch an den Saft ab, der dadurch süß wird bis zur ungenießbarkeit. Die Konsistenz bleibt gleich. Mehr als drei Schluck hintereinander sind unmöglich, ohne es sich nachher noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Doch mag dieser Fortschritt uns mit neuen Aufgaben konfrontieren, oder gar kein Fortschritt sein; was zählt, ist die Tatsache, dass es ambitionierte experimentierfreudige Utilitaristen gibt, die sich solchen Aufgaben widmen, und so der Lösung in kleinen Schritten näher kommen.

One Trackback

  1. […] Ein weiterer feiner Artikel auf Ars Dictandi. Der erste den ich gelesen habe war „Traum meiner Kindheit“, sehr empfehlenswert. Dazu folgendes Zitat von Alina „Es muss nicht alles eine Moral haben.“ Auch wenn ich dafür verspottet wurde, und sie als Erheischung von Mitleid abgetan worden ist, veröffentliche ich heute meine Weltformel. […]

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