Brian I

Leider hatte Carrs PC den Geist aufgegeben. Sonst wäre er bestimmt nicht in die Bücherei gegangen, um sich auf sein Geschichte-Referat vorzubereiten. Ein Stapel Bücher lag vor ihm, und er blätterte eines nach dem anderen mit wagem Interesse durch. Eines erschien ihm dann jedoch sehr viel versprechend; eines der alten mit Ledereinband.

Er blätterte um und wünschte sich, es nicht getan zu haben. Eine Stimme erklang in seinem Kopf, und jede Silbe ließ sein Gehirn vibrieren: Höre, was Brian Ború spricht!“

„Wer ist da?“, fragte Carr zaghaft in Gedanken.

„Ich“, behauptete die Stimme, „bin Brian Ború!“

Carr hatte den Namen heute schon einmal gelesen.

„Höre, was Brian Ború spricht,“, wiederholte Brian, diesmal etwas unsicherer. Nachdem Carr wieder schwieg, fuhr er fort:

„Im Jahre 1014 besiegte ich die Nordmaenner/ bin krephiert sieben Jahr spaether/ getheilt in der Stuecke siebene/ begraben an… ACH WAS SOLLS! Okay, hör zu, du geistiger Fußabstreifer, man hat mich nach meinem Tod in sieben Teile geschnitten, verstehst du? Sieh zu, dass du die zusammenriegst, leg mich in einer Vollmondnacht in den Turm von Devenish Island, und ich werde von neuem zum Leben erwachen. So sagt es die Überlieferung.“

Und Carr wachte auf. Eine Bibliothekarin sah auf ihn herab, wie manche auf einen Käfer gestarrt hätten, der einen anderen Käfer auffrisst.

„Alles okay,“, sagte er, obwohl es weder stimmte noch jemanden interessierte. Er wankte aus der Bibliothek und war sich ziemlich sicher, dass es eine gute Idee wäre, Brians Befehl zu befolgen, so wie man es für eine gute Idee hält, dem Mann mit der Winchester 30.06 und dem zuckenden Auge zu gehorchen.

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Fast sein gesamtes Geld war für den Flug draufgegangen, aber er hatte irgendwie immer noch das Gefühl dass sich alles lohnen würde.

Er stand jetzt mitten in Dublin und hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte. Eigentlich hatte er vermutet, jetzt neue Anweisungen von Brian zu erhalten.

„Brian?“, dache er. Keine Antwort.

„Brian Ború?“ Wieder nichts. Zum ersten mal zweifelte er an seinem Vorhaben. Wie sollte er jemals zurückkommen?

„Au.“, sagte jemand. Carr drehte sich im Kreis, doch er konnte nicht feststellen, woher es gekommen war. Carr hob aus irgend einem Grund seinen Fuß. Darunter lag nur ein Stein.

„Hast du das gesagt?“, fragte er den Stein.

„Ja,“, sage der Stein, „ich bin ein Tash.“

„Ist ja irre“

„Nun,… um ehrlich zu sein, ist das nur ein Traum. Hör mal: Du sollst dich sofort nach White Island begeben.“ Der Stein schwieg nun.

„Moment, wenn es Tashs wirklich gibt, gibt es dann auch Poukas und Banshees?“, fragte Carr aufgeregt.

„Natürlich nicht, das ist ein Traum, verdammt noch mal!“

Carr wachte auf.

Teil 2 

One Trackback

  1. By Unbenanntes Dokument on February 3, 2008 at 7:23 pm

    […] Teil 1 Teil 2 […]

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